Die Welt wird digital und das in immer schnellerem Tempo und größerem Ausmaß. Mit der Verbreitung der digitalen Technologien eröffnen sich den privaten Konsumenten auch im Hinblick auf den Zahlungsverkehr völlig neue Optionen. Während das Bezahlen mit der EC- oder der Kreditkarte für viele Menschen bereits zur Normalität gehört, ist das bargeldlose Begleichen von Rechnungen mit dem Handy an der Supermarktkasse für viele Käufer jedoch noch Neuland, das sie nur zögerlich betreten. Besonders junge Menschen, die mit dem Smartphone und Internet aufgewachsen sind, sind offen für diese modernen Zahlungsmethoden. Die Entwicklung schreitet immer weiter voran, sodass in Zukunft auch Fingerpayment und das Bezahlen mit RFID-Chips unter der Haut zum Repertoire gehören werden.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Obwohl hierzulande immer noch 79 Prozent aller Befragten angeben, dass Bargeld für sie das beliebteste Zahlungsmittel ist, steigt das Volumen der bargeldlosen Transaktionen auch in Deutschland seit Jahren stetig an. Das macht sich in einer starken Steigerungsrate neu beantragter Kreditkarten bemerkbar. Kunden profitieren vom zunehmenden Wettbewerb im Bankensektor. Das Aufkommen der Direktbanken und Möglichkeiten, auf Online-Portalen wie smava deren Angebote transparent zu vergleichen, setzt die klassischen Geschäftsbanken unter Druck. Es ist insgesamt eine Verlagerung der Bankgeschäfte ins Internet zu beobachten. Die Kreditkartenangebote der Direktbanken zeichnen sich durch hervorragende Konditionen aus und auch Kredite werden mittlerweile immer öfter über das Medium Internet beantragt. All das trägt dazu bei, dass sich die Menschen daran gewöhnen, ihre Einkäufe bargeldlos zu bezahlen.

Welche Länder sind Vorreiter beim bargeldlosen Zahlungsverkehr?

Besonders in den asiatischen Schwellenländern wird das Bezahlen ohne Bargeld immer beliebter, sodass mit einem Wachstum von mehr als 30 Prozent bis zum Jahr 2020 gerechnet wird. Auch in Südamerika und den skandinavischen Länder ist man bestrebt, das Bargeld langsam aber sicher zu verdrängen. Dänemark und Schweden haben bereits die Abschaffung der Geldscheine beschlossen. Dort gibt es auch keine Annahmepflicht von Bargeld in Geschäften, Restaurants und Tankstellen. Das hat zur Folge, dass mittlerweile vier Fünftel aller Einkäufe bargeldlos getätigt werden. Insgesamt wird der bargeldlose Zahlungsverkehr weltweit um mehr als 10 Prozent bis zum Jahr 2020 ausgeweitet werden. In Deutschland ist, wie oben erwähnt, Bargeld immer noch sehr beliebt. Dennoch wächst vor allem in der jüngeren Generation die Bereitschaft, die modernen, digitalen Zahlungsmethoden zu nutzen und der wachsende Online-Handel führt ebenfalls sukzessive dazu, ohne Bargeld zu bezahlen.

Chancen und Risiken des Bezahlens ohne Bargeld

Wichtige Argumente für den bargeldlosen Zahlungsverkehr sind die geringeren Transaktionskosten und die besseren Möglichkeiten, Kriminalität zu bekämpfen. Es müssen keine Münzen geprägt und Geldscheine gedruckt werden und auch die Sorge um Falschgeld entfällt. Durch die fehlende Anonymität bargeldloser Transaktionen können Schattenwirtschaft, Geldwäsche und die Finanzierung des Terrors besser verfolgt werden. In der mangelnden Anonymität sehen Kritiker jedoch auch Gefahren. Die Angst vor einem Überwachungsstaat, der den Bürger ausspionieren kann, ist groß und auch die Furcht davor, Opfer von Internetkriminalität beim bargeldlosen Bezahlen zu werden, lässt viele Menschen am Bargeld festhalten. Das Bezahlen mit Bargeld ist tief kulturell verankert und mit dem Gefühl von Freiheit und Kontrolle verknüpft. Aus diesem Grund ist es unwahrscheinlich, dass das Bargeld in naher Zukunft vollkommen abgeschafft wird. Dennoch werden sich die finanziellen Transaktionen der Menschen immer mehr ins Internet verlagern und das Online-Banking weiter an Beliebtheit zunehmen.