Wie dir schon aufgefallen ist, investiere ich langfristig gerne in Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite. Bemerkt hast Du sicherlich auch schon, dass ich nicht alleine auf die Dividendenrendite achte, sondern mehrere Aspekte berücksichtige, wie zum Beispiel die Kontinuität der Dividendenzahlung und der Verschuldungsgrad des Unternehmens.

Die Quellensteuer, der Feind der Dividendenrendite

Der erste Kauf in mein Depot war die Aktie Becton Dickinson mit einer Dividendenrendite von zur Zeit 1,9%, nicht gerade sehr hoch. Das Unternehmen Becton Dickinson sitzt in den USA und wenn man ausländische Aktien im Depot hat, dann möchte auch der ausländische Fiskus mitverdienen. Stichwort Quellensteuer, welche die Dividendenrendite schmälert. In Deutschland weißt du sicherlich, dass auch hier 25% Abgeltungssteuer bezahlt werden müssen.

Rechenbeispiel wie deine Dividendenrendite verringert wird!

Nehmen wir nun an du besitzt BASF Aktien, die zur Zeit eine Dividendenrendite von 3,7% einbringen. Dein Bestand beläuft sich auf 28.000€, dann erhälst du 1036€ Dividendenzahlung. Von dieser Dividendenzahlung werden aber noch 25% Abgeltungssteuer abgezogen, wodurch nur 777€ auf deinem Konto landen, wenn dein Freistellungsauftrag von 801€ schon aufgebraucht ist.

Dieses verringert deine Dividendenrendite noch weiter in Deutschland!

Auch das war noch nicht die volle Wahrheit, denn du musst in Deutschland noch 5,5% Solidaritätszuschlag abführen und die Kirchensteuer in Höhe von 8%. Die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag werden auf die Abgeltungssteuer aufgeschlagen, wodurch Du im Endeffekt ca. 28% Steuern auf Kapitalerträge zahlen musst.

Wie ist das nun mit der Dividendenrendite bei ausländischen Aktien?

Als Beispiel habe ich dir, wie schon oben genannt die Aktie von Becton Dickinson mitgebracht und als Land zwangsläufig die USA. Nehmen wir an, dass Becton Dickinson mir oder dir 1000€ Brutto Dividende zahlen würde, was bei einer Dividendenrendite von 1,9% einen Anlagebetrag von ca. 53.000€ entspricht, so viel habe ich leider (noch) nicht in die Aktie investiert, oder soll ich sagen zum Glück nach dem Kurssturz in den letzten Wochen ?

Beispiel ohne Doppelbesteuerungsabkommen:

Brutto Dividende: 1000€

Quellensteuer USA [30%]: 300€

Abgeltungsteuer DE [25%]: 175€  [auf 700€]

Auszahlungsbetrag: 525€

Hier erkennst Du, dass sich Deine Dividendenzahlung und damit die Dividendenrendite fast halbiert hat. Es gibt aber mit den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen, was es für uns Anleger einfacher und lukrativer macht in US Aktien zu investieren.

Beispiel mit Doppelbesteuerungsabkommen:

dividendenrendite-quellensteuer

Brutto Dividende: 1000€

Reduzierte Quellensteuer USA [15%]: 150€

Die bereits gezahlten 15% in den USA werden mit der deutschen Abgeltungssteuer verrechnet, sodass sich der nachfolgende Steuersatz für den deutschen Fiskus ergibt:

25% – 15% = 10%

Abgeltungsteuer DE [10%]: 85€  [auf 850€]

Auszahlungsbetrag: 765€  

Zusätzlich fällt noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer an, die deine Dividendenzahlungen weiter verringern. Mit sehr vielen Staaten hat die BRD ein Doppelbesteuerungsabkommen und die Abgeltungssteuern werden automatisch verrechnet. Bei einigen Staat muss man aber selbst aktiv werden, dazu schau dir einfach den nachfolgenden Link an:

Dokument zum zurückfordern zuviel gezahlter Quellensteuern.

Wie es mit realen Zahlen aussieht, also wie der Fiskus die Dividendenrendite verringert, das werde dir aber nochmal anhand meiner genauen Zahlen, wenn dann die ersten Dividenden über meinen Freibetrag kommen zeigen. Ich peile an, dass es Ende dieses Jahres der Fall ist.

Viel Spaß und Erfolg auf dem Weg zur finanziellen Intelligenz.

Sonnige Grüße

Ralph

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