In Zeiten der Nullzinsflaute und Entwertung von Sparguthaben rückt eine Anlageform wieder ins Blickfeld, die von den Deutschen bislang weitgehend gemieden wird: Aktien. Nur 4,4 Millionen Bundesbürger sind direkt in Wertpapiere von Unternehmen investiert, also gerade einmal fünf Prozent der Bevölkerung. Damit lässt sich der Großteil der Sparer gute Renditechancen entgehen.

Allein der wichtigste deutsche Aktienindex DAX hat in den letzten fünf Jahren durchschnittlich um 14,7 Prozent pro Jahr zugelegt. Natürlich ist das kein Selbstläufer, immer wieder gibt es Perioden, in denen die Aktienbörsen in den Keller rauschen. Außerdem können einzelne Werte sehr gut laufen, andere aber durch politische Entscheidungen oder plötzliche Branchenereignisse unter Druck geraten. Das haben wir zuletzt bei den Energieversorgern gesehen, die früher als sichere Bank galten.

Nicht den Notgroschen für Börsengeschäfte einsetzen

Doch mit ein wenig Grundkenntnissen über Börsen, Wirtschaftszweige und Einzelunternehmen lassen sich mit Aktien sehr gute und stabile Renditen erzielen. Wichtig sind ein mittel- bis langfristiger Zeithorizont und ein Kapitalgrundstock, der nicht als Notgroschen dient. Also kein Geld für den Aktienkauf ausgeben, das eigentlich für den Sommerurlaub oder für die Dachreparatur am Eigenheim geplant ist!

Der Schritt an die Börse beginnt mit der Einrichtung eines Wertpapierdepots bei der Bank. Dafür ist ein mit dem Depot verbundenes Girokonto nötig, von dem die Anlagegelder eingezogen werden. Die meisten Geldhäuser erledigen das Prozedere inzwischen online. Auch der Handel mit Aktien erfolgt bequem per Mausklick.

Software hilft beim Optimieren des Aktienhandels

Für den Aktienhandel kann eine Börsensoftware hilfreich sein, welche den komfortablen Kauf und Verkauf der Wertpapiere ermöglicht und zusätzlich viele wertvolle Infos zum Börsengeschehen gibt. So lassen sich Kursentwicklungen oder die Gründe für starke Ausschläge leichter erkennen. Außerdem erlaubt die Software mehr Einstellungen für den Handel. Dazu gehören zum Beispiel Stopp-Loss-Verkäufe, die beim Unterschreiten eines bestimmten Kursniveaus automatisch ausgeführt werden. Gute Börsensoftware analysiert das eigene Handeln an der Börse und kann Empfehlungen für künftige Käufe geben.

Da für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren Gebühren anfallen, die pro Transaktion mindestens 5 bis 10 Euro betragen, lohnt sich der Aktienhandel erst ab einer Summe von rund 1.000 Euro. Wichtig ist dabei, nicht alle Eier in einen Korb zu legen, sondern das Risiko zu streuen. Deshalb empfiehlt es sich, eine größere Summe Startkapital bereit zu halten.

Risikostreuung ist wichtig

Die Risikostreuung kann über Investitionen in verschiedene Wirtschaftssektoren geschehen – also den Kauf von Aktien aus diversen Bereichen wie Telekom, Maschinenbau, IT, Immobiliengesellschaften oder Banken. Sie kann aber auch geographisch sinnvoll sein – also Aktien aus Europa, aus Asien und aus Amerika Geld kaufen. Möglich wäre zudem, zwischen Papieren von Großunternehmen aus dem Dax und kleinen, wachstumsstarken Gesellschaften aus dem SDax oder dem TecDax zu wählen. Die richtige Entscheidung hängt vom persönlichen Risiko ab.

Zur Strategie gehört ebenso die Frage, ob ich die Aktien im Depot ruhen lassen will und mir die kurzfristige Kursentwicklung egal ist, oder ob ich Preisschwankungen für Verkäufe oder Nachkäufe nutzen will. Wer auf dividendenstarke Werte setzt, die seit Jahren eine stabile Ausschüttung leisten, ist mit der ersten Variante sicher besser bedient. Wie beim Sparbuch kann hier der Zinseszinseffekt genutzt werden, indem die Dividende in neue Aktien des Unternehmens reinvestiert wird.