Mit dem ersten Januar 2017 ist das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in Kraft getreten. Dieses Gesetz sieht eine Vereinfachung des Steuerwesens vor und bietet neue Möglichkeiten, bestimmte Positionen steuerlich abzusetzen und damit Steuern zu sparen. Gleichzeitig sin deinige der fiskalischen Regelungen strenger geworden. Dies wirft die Frage auf, wie Steuerzahler von der kleinen Reform profitieren können.

Was sich ab dem Steuerjahr 2017 ändert

Für das Besteuerungsjahr 2017 gilt eine Reihe von neuen Reglements, die entsprechend für Steuererklärungen ab dem Jahr 2018 gelten. Der Grundfreibetrag wird um eine Summe von 168 Euro angehoben und beträgt für das Steuerjahr 2017 damit 8820 Euro. Ledige und gemeinsam veranlagte Eheleute zahlen bis zu dieser Summe keine Steuern.

Eine wichtige Änderung betrifft die Fristen zur Abgabe der Steuererklärung. Statt wie bisher nur bis zum 31. Mai haben Steuerpflichtige nach der Reform bis zum 31. Juli Zeit. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass dies nicht schon für das Steuerjahr 2016 gilt. Wenn bei der Steuererklärung ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beteiligt ist, verlängert sich die Frist vom bisher geltenden 31. Dezember auf den letzten Februartag im Folgejahr.

Steuerlich relevante Belege und Formulare sind künftig nicht mehr einreichungspflichtig. Doch gilt eine Aufbewahrungspflicht mit einer Frist von zwei Jahren, sodass die Dokumente auf Nachfrage eingereicht werden können. Spenden und Quittungen bedürfen hierbei keiner Aufbewahrung, sofern die Daten elektronisch übermittelt werden. Des Weiteren haben Steuerpflichtige nach der Reform die Möglichkeit, ihre Steuerbescheide nach Zustimmung auch in elektronischer Form einzusehen.

Strenger wird das Steuergesetz im Hinblick auf verpasste Einreichungsfristen. Hier sieht der Gesetzgeber eine Gebühr von 0,25 Prozent der festgestellten Steuer vor, die jedoch bei mindestens 25 Euro für jeden verstrichenen Monat nach der Frist beträgt und gleichzeitig 25.000 Euro nicht überschreiten darf.

Gleichzeitig bieten die zahlreichen Änderungen Steuerpflichtigen für das Steuerjahr 2017 neue Optionen, Steuern zu sparen.

Steuerersparnisse 2017

Ab dem Steuerjahr 2017 lassen sich Beiträge und Aufwendungen zur Altersvorsorge steuerlich einfacher absetzen. Gezahlte Beiträge zu Versorgungswerken sowie zur gesetzlichen Rentenversicherung sind zu bis zu 84 Prozent absetzbar (Höchstbetrag: 23.362 Euro). Auch Zahlungen für eine Rürup-Rente profitieren von besserer steuerlicher Absetzbarkeit. Einerseits wird der steuerliche Höchstbetrag zu dieser Rentenform erhöht. Andererseits wird der von Finanzämtern berücksichtigte Anteil von ehemals 82 Prozent auf 84 Prozent angehoben. Für das Jahr 2017 lässt sich ein Maximalbetrag von 19.624 Euro als Sonderausgaben absetzen.

Absetzbar sind zudem Kosten für häusliche Arbeitsräume. Büros und Zimmer, die ausschließlich oder vorwiegend für die Arbeit genutzt werden, können steuerlich geltend gemacht werden. Werden Zimmer nur sporadisch für die Arbeit genutzt, während sie überwiegend als Wohnraum verwendet werden, lassen sie sich jedoch nicht steuerlich absetzen. Erfolgt die Arbeit nicht vollständig, aber teilweise zu Hause, so lassen sich Kosten für die Arbeitsräume bis zu einem Betrag von 1.250 Euro von der Steuer absetzen.

Was Kosten für Renovierungen und Modernisierungen betrifft, so lassen sich diese zu 20 Prozent von Maximalkosten von 6.000 Euro absetzen. Dies entspricht einer Summe von 1.200 Euro. Darunter fallen auch Wartungs- und Reparaturkosten für Haushaltsgeräte. Allerdings werden hierbei keine Materialkosten anerkannt. Diese Steuererleichterung kann von Eigentümern und Mietern gleichermaßen beansprucht werden.