Binäre Optionen sind eine einfache Möglichkeit erste Schritte im hochspekulativen Handelssegment zu wagen. Denn als Trader muss man sich weder um Ziel- noch um Stoppkurse Gedanken machen. Die Option läuft automatisch aus und man muss „nur“ vorhersagen, ob der Kurs steigen oder fallen wird. Anders als bei Forex und beim CFD-Handel kann auch nicht mehr als das investierte Geld verloren werden. Trotzdem sind die Gewinne hoch.

Ein paar ehrliche Worte vorneweg

Glaubt man einigen Internetseiten, dann lässt sich mit Binären Optionen Geld fast im Schlaf verdienen. Da kommen dann Hausfrauen, Arbeitslose und Rentner zu Wort, die angeblich ohne jedes Vorwissen jeden Tag mehrere Tausend Euro verdienen. Das ist natürlich Blödsinn.

Zunächst muss man einmal feststellen, dass wir hier nicht von Wertpapiergeschäften als Kapitalanlage reden, sondern vom Trading. Es geht also um die Ausnutzung kurzfristiger Schwankungen.

Um damit erfolgreich zu sein, muss man den Markt schlagen, also die künftige Entwicklung besser vorhersagen als die Masse der Anleger. Ohne Vorbereitung geht das nicht. Trader müssen Zeit und Grips in die Auswahl der richtigen Basiswerte investieren, also der Aktien, Indizes, Rohstoffe oder Währungspaare, auf denen die Option basiert.

Was sind Binäre Optionen?

Binäre Optionen unterscheiden sich deutlich von klassischen Optionen, wie sie beispielsweise an der Terminbörse EUREX gehandelt werden. Zunächst einmal kauft man die Papiere im Regelfall nicht über die Börse, sondern bei einem spezialisierten Broker, der meist gleichzeitig auch den Handelsplatz bereit stellt, ähnlich wie das auch beim CFD- und Forex-Trading der Fall ist. Zwar gibt es vereinzelt auch börsennotierte Optionenscheine auf Basis des Prinzips Binärer Optionen, doch das ist eher die Ausnahme.

Binär heißen diese Optionen, weil es nur zwei mögliche Konstellationen gibt, nämlich einen Gewinn in vorher festgelegter Höhe oder einen Verlust. Eine Binäre Option kann beispielsweise so konstruiert sein, dass der Trader 70 Prozent Gewinn macht, wenn er die Kursentwicklung des Basiswertes richtig vorhergesagt hat und alles verliert, wenn er falsch lag, die Option also aus dem Geld ist.

Auch reguläre Optionen sind meist wertlos, wenn sie aus dem Geld sind, allerdings ist die Höhe des Gewinns davon abhängig, wie weit die Option im Geld ist. Wer dagegen mit einer Binären Option auf steigende Kurse gesetzt hat, dem kann es egal sein, ob der Basiswert nur einen Cent oder zehn Euro im Plus ist, der Gewinn ist immer der gleiche, in unserem Beispiel 70 Prozent.

Sonderformen Binärer Optionen

Diese Grundform der Binären Optionen wird teilweise auch als Digitale Option oder als Hoch/Tief Option bezeichnet. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Sonderformen wie One Touch und Ladder. Bei One Touch Optionen muss der Zielkurs nicht am Ende der Laufzeit erreicht werden, sondern nur einmal während der Laufzeit. Wie der Name es andeutet, muss es „eine Berührung“ geben.

Dabei reicht es natürlich nicht, nur auf steigende oder fallende Kurse zu setzen – das wäre wirklich zu einfach. Stattdessen muss der Kurs ein bestimmtes Niveau erreichen, beispielsweise um mindestens 3,0 Prozent steigen. Meist ist das Ziel so gewählt, dass auch eine einzige Berührung schon unwahrscheinlicher ist als ein Erfolg bei klassischen Hoch/Tief Optionen. Deshalb sind auch die möglichen Gewinne höher.

Ladder oder Leiter Optionen funktionieren ähnlich. Auch hier muss ein bestimmtes Kursziel erreicht werden, allerdings am Ende der Laufzeit. Der Name Leiter kommt daher, dass meist mehrere Ziele zur Auswahl stehen, eben wie Sprossen auf einer Leiter. Je anspruchsvoller das vom Trader gewählte Ziel, desto höher der mögliche Gewinn.

Andere Optionen sind im Geld, solange der Kurs einen bestimmten Korridor nicht verlässt, also beispielsweise weder um mehr als 1,0 Prozent steigt noch um mehr als 1,0 Prozent fällt – oder sie sind im Geld, wenn genau das passiert.

Dagegen sind die beliebten 60 Sekunden Optionen ganz normale Hoch/Tief Optionen, nur eben mit besonders kurzer Laufzeit. Manche Broker bieten auch besonders lange Laufzeiten von mehreren Tagen oder gar Wochen.

Gleich ist aber allen Binären Optionen, dass die Höhe des Gewinns unabhängig davon ist, wie weit die Option im Geld ist. Ist sie aus dem Geld, ist der Verlust ebenfalls immer gleich hoch.

Vor- und Nachteile gegenüber CFDs

Wie gesagt sind Binäre Optionen vor allem für die Spekulation geeignet und nicht fürs langfristige Investieren. Deshalb sollen hier auch nicht die Vor- und Nachteile gegenüber ETFs oder Aktien betrachtet werden, sondern gegenüber Differenzkontrakten, nach dem englischen Namen Contract for Difference meist CFD abgekürzt.

Mit diesen lässt sich beispielsweise von der Kursentwicklung einer Aktie profitieren, ohne sie selbst zu besitzen – und das im Regelfall sogar mit einem Hebel. Mit 10,- Euro kann man bei einem Hebel von 100 so viel Gewinne machen wie sonst mit 1.000,-, bei einem Hebel von 200 so viel wie mit 2.000,- Euro. Aber natürlich sind auch die Verluste höher und hier liegt schon der erste Vorteil von Binären Optionen.

Wie bei Optionsscheinen verliert man maximal den Einsatz. Das hört sich nach viel an, allerdings ist das Risiko im Vergleich zu CFDs und Devisenspekulationen (Forex) doch begrenzt. Dort kann man nämlich mehr als nur den Einsatz verlieren, bei einem Hebel von 200 ist die Einlage schon aufgebraucht, wenn sich der Basiswert um 0,5 Prozent in die falsche Richtung bewegt, also beispielsweise steigt, obwohl man auf fallende Kurse gesetzt hat. Werden die Verluste noch größer, muss meist Geld nachgeschossen werden.

Außerdem sind Binäre Optionen relativ leicht zu handhaben, weil man nur auf fallende oder steigende Kurse setzen kann. Erfahrene Trader werden aber genau das kritisieren. Ist die Option gekauft, kann man nur noch warten. Zwar bieten einige Broker einen vorzeitigen Verkauf an, meist aber zu sehr unattraktiven Kursen. CFDs bieten hier mehr Möglichkeiten.

Tipp: Demokonto nutzen

Am besten probiert man Binäre Optionen risikolos mit einem Demokonto aus. Das entspricht weitgehende einem normalen Konto, gehandelt wird aber nur mit Spielgeld. Gewinne und Verluste werden also nicht ausbezahlt. Wer solche Demokonten bietet, erfährt man unter binaereoptionen.com.